Der Vogel des Jahres 2009 an der Wied

Der Eisvogel               

Der Eisvogel wird wegen seiner schillernden Farbenpracht häufig als „Fliegender Edelstein“ bezeichnet. Jeder, der einmal einen Eisvogel in freier Natur beim Fischen beobachtet hat, kann sich kaum der Faszination dieses schillernden einheimischen Vogels entziehen.

Bei uns an der Wied gibt es den Eisvogel noch recht häufig. Besonders im Februar und März, wenn die Vögel nach möglichen Partnern suchen, streifen die Tiere laut rufend an der Wied entlang. Wenn man sich ein paar Minuten Zeit nimmt, kann man ihn auch sicherlich beobachten oder auch hören. Wenn man einmal seinen schrillen Ruf gehört hat, vergisst man ihn so schnell nicht. Seine Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten, Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammen.

Der Eisvogel bevorzugt fließende Gewässer wie unsere Wied. Er sucht sich aber auch durchaus kleinere Fließende Bäche als Heimat und Brutstätte. Voraussetzung ist ein natürlich erhaltender Lebensraum mit steil abfallenden Ufern in die er seine Höhlen Baut. Seine Bruthöhle kann bis zu einem Meter in die Erde reichen. Daran baut das Tier bis zu drei Wochen. Der Vogel achtet auch darauf, dass die Höhle leicht ansteigend verläuft, damit so herabsickerndes Wasser abfließen kann.

Eigentlich geht es dem Eisvogel an der Wied gut. Doch auch er hat in den letzten Jahren zu kämpfen. Der Starke Winter in diesem Jahr hat dem Eisvogel stark zugesetzt. Denn die Wied war fast komplett mit einer Eisschicht bedeckt. So hatte er keine Möglichkeit Nahrung zu finden.

Aber auch andere Probleme die von den Menschen verursacht wurden, hat der Eisvogel Stark zu kämpfen. Heute ist er durch die Vernichtung seines Lebensraums bedrängt, da fast alle europäischen Flüsse und auch Bäche in der Vergangenheit ausgebaut oder reguliert wurden. Dazu zählt auch die Wied. Der natürliche Lebensraum, die Wied, wurde mit der Zeit an vielen Stellen begradigt und Kanalisiert. Auch die Ausbreitung durch uns Menschen, wie das heranrücken mit Gewerbe, Neubauten und Radwegen an sensible Stellen bei der Wied, macht sich am Populationsschwund bemerkbar. Uns allen sollte doch etwas daran liegen, unseren „Fliegenden Edelstein“ zu schützen.

Florian Stoffels