NABU Waldbreitbach hilft Mehlschwalben
Bei uns im mittleren Wiedtal brüten zwei Schwalbenarten. Die Mehlschwalbe, die früher auch Hausschwalbe genannt wurde und dadurch schon auf ihren Nistplatz hindeutete. Die andere Schwalbenart, die Rauchschwalbe, wurde wegen ihres beliebtesten Nistplatzes auch Stallschwalbe genannt. Oft wird auch der nicht zu den Schwalben gehörende größere Mauersegler als Domschwalbe bezeichnet. Sowohl Mauersegler als auch unsere Schwalben brüten in und an Häusern als Ersatz von Felsen, wodurch man sie auch als Kulturfolger bezeichnen kann. Alle drei Arten ernähren sich von Insekten die sie vorwiegend in der Luft erbeuten, dadurch sind sie für Mensch und Vieh sehr nützlich.
Deshalb wurden die Zugvögel im Frühjahr sehnlichst erwartet und noch heute freuen sich viele Menschen über diese Frühlingsboten. Leider sind durch Haussanierung, Rückgang der bäuerlichen Landwirtschaft sowie durch übertriebenen Reinlichkeitssinn alle drei Arten in ihrem Bestand stark rückläufig. Auch die Befestigung von Wegen und Plätzen hindert die Schwalben den nötigen Lehm und Matsch zu finden um mit Speichel vermengt ihre Nester zu bauen. Deshalb versucht unsere NABU-Ortsgruppe seit ihrer Gründung durch Anbringen von Kunstnestern die Population zu stützen. Nun wird in diesem Jahr die Grundschule in Niederbreitbach 100 Jahre alt.
Bei einem zufälligen Blick zum Dachüberstand des Gebäudes, entdeckten wir ein einzelnes Mehlschwalbennest, das wohl aus Mangel an Nistmaterial nicht fertig gebaut wurde.Da auch die Höhe der Schule als optimal erschien, kamen wir auf den Gedanken, hier durch Anbringen von Kunstnestern die Mehlschwalben zu fördern. Ein weiterer Grund, ist auch der Gedanke den Kindern möglichst früh die Verantwortung für unsere Natur nahe zubringen. Zudem lernte fast der gesamte Vorstand der Ortsgruppe in den 50er und 60er Jahren hier ABC und Ein mal Eins.
Die Verbandsgemeinde als Schulträger, sowie die Lehrerschaft befürworteten unser Vorhaben und sagten uns Unterstützung zu.
So wurden Kunstnester gekauft und bei einem örtlichen Schreiner ein optisch ansprechendes Kotbrett in Auftrag gegeben. Kotbretter verhindern die Verschmutzung von Fassaden und Gehwegen. Sie sollen ca. 20 cm breit sein und um keinen Feinden die Möglichkeit zu bieten die Nester zu plündern, mindestens 50 – 60 cm unterhalb angebracht werden.
Am 27. März war es dann soweit. Die Feuerwehr rückte mit der Drehleiter an und zwei unserer Aktiven, Florian Stoffels und Elmar Kantelberg, die auch Feuerwehrleute sind, befestigten 14 Kunstnester, sowie das Kotbrett. Für sechs weitere Nester fanden sich andere Standorte.
Nun hoffen wir, das die nicht unerhebliche Investition auch von unseren Schützlingen angenommen wird. Bedanken möchten wir uns bei der Verbandsgemeinde, der Lehrerschaft und bei der Feuerwehr. Nur wenn alle verantwortungsbewusst zusammenarbeiten wird es uns gelingen eine lebenswerte, artenreiche Umwelt späteren Generationen zu erhalten.