Der Eisvogel
Der Eisvogel wird wegen seiner schillernden Farbenpracht häufig als „Fliegender Edelstein“ bezeichnet. Jeder, der einmal einen Eisvogel in freier Natur beim Fischen beobachtet hat, kann sich kaum der Faszination dieses schillernden einheimischen Vogels entziehen.
Bei uns an der Wied gibt es den Eisvogel noch recht häufig. Besonders im Februar und März, wenn die Vögel nach möglichen Partnern suchen, streifen die Tiere laut rufend an der Wied entlang. Wenn man sich ein paar Minuten Zeit nimmt, kann man ihn auch sicherlich beobachten oder auch hören. Wenn man einmal seinen schrillen Ruf gehört hat, vergisst man ihn so schnell nicht. Seine Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten, Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammen.
Der Eisvogel bevorzugt fließende Gewässer wie unsere Wied. Er sucht sich aber auch durchaus kleinere Fließende Bäche als Heimat und Brutstätte. Voraussetzung ist ein natürlich erhaltender Lebensraum mit steil abfallenden Ufern in die er seine Höhlen Baut. Seine Bruthöhle kann bis zu einem Meter in die Erde reichen. Daran baut das Tier bis zu drei Wochen. Der Vogel achtet auch darauf, dass die Höhle leicht ansteigend verläuft, damit so herabsickerndes Wasser abfließen kann.
Eigentlich geht es dem Eisvogel an der Wied gut. Doch auch er hat in den letzten Jahren zu kämpfen. Der Starke Winter in diesem Jahr hat dem Eisvogel stark zugesetzt. Denn die Wied war fast komplett mit einer Eisschicht bedeckt. So hatte er keine Möglichkeit Nahrung zu finden.
Aber auch andere Probleme die von den Menschen
verursacht wurden, hat der Eisvogel Stark zu kämpfen. Heute
ist er durch die Vernichtung seines Lebensraums
bedrängt, da fast alle europäischen Flüsse und auch Bäche
in der Vergangenheit ausgebaut oder reguliert wurden. Dazu zählt auch die Wied.
Der natürliche Lebensraum, die Wied, wurde mit der Zeit an vielen Stellen
begradigt und Kanalisiert. Auch die Ausbreitung durch uns Menschen, wie das
heranrücken mit Gewerbe, Neubauten und Radwegen an sensible Stellen bei der
Wied, macht sich am Populationsschwund bemerkbar. Uns allen sollte doch etwas
daran liegen, unseren „Fliegenden Edelstein“ zu schützen.
Florian Stoffels
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Erfassung und Kartierung des Uhus im Wiedtal und Umgebung
Seit einigen Jahren erfassen und schützen wir unsere Uhu-Brutpaare im Wiedtal und Umgebung.
Dazu werden zunächst die rufenden Uhus erfasst, was allerdings bereits eine gewisse Schwierigkeit mit sich bringt, denn der zunehmende Lärm der vorbeifahrenden Kraftfahrzeuge übertönt den monotonen Ruf des Uhus.
Ist es jedoch ruhig, kann man den Uhu ab Ende Januar bei Sonnenuntergang verstärkt hören. Auf diese Weise haben wir ein Uhu-Revier gefunden.
Es ist nicht zu empfehlen Uhuhorste aufzusuchen, denn wenn das Uhu-Weibchen am Tage und bei kalter Witterung vom Horst gejagt wird, kühlen die Eier aus und die Brut ist verloren. Manchmal passiert so etwas unbewusst, wenn weit abseits der Wege geklettert wird.
Sind in der Nähe Strommasten, welche noch nicht isoliert sind, wird die Süwag von uns darüber informiert. Diese ist gesetzlich verpflichtet daran zu arbeiten, dass möglichst alle 20 KV Leitungen großvogelsicher werden.
Dennoch sterben im Landkreis Neuwied jährlich durchschnittlich noch 2 Uhus durch Strom, weitere 2 durch Autoschlag. In der Regel sind dies junge Uhus, auf der Suche nach einem eigenen Revier .
Sind Brutplätze pflegebedürftig, helfen wir, indem die Felsen oder Steinbrüche freigeschnitten werden.
Bild und Text: Thorsten Loose, 30.01.2009

Ornitologischer Jahresbericht 2008 des NABU Waldbreitbach
Im zeitigen Frühjahr begannen wir die Brutplätze des Uhus zu erfassen.
Erfreulicherweise waren 3 Brutplätze von uns freigeschnittene Brutplätze besetzt. Insgesamt konnten dort 5 Junguhus ausfliegen.
Ein Schlafplatz von Waldohreulen konnte in der Verbandsgemeinde nachgewiesen werden. Die Brutergebnisse bei der Schleiereule waren mittelmäßig. Einige Brutplätze waren nicht besetzt.
Die Erfassung des Kuckucks macht uns Sorgen. Es riefen kaum mehr als zwei Vögel im nahegelegenen Bereich. Als Lebensraumverbessernde Maßnahme könnte oberhalb von Niederbreitbach im befahrbaren Gelände die verbuschte Fläche wieder zurückgedrängt werden, so dass dort mehr Singvögel Brut und Nahrungsplätze finden könnten.
Im Februar konnte in geeigneter Lage eine Fischadlerplattform angebracht werden. Bei der Erfassung der Rauchschwalbenbrutplätze mussten wir feststellen, dass nur etwa 50% der Vögel aus dem Winterquartier zurückkehrte.
An der Wied wurde mit der Jugendgruppe versucht Schilf anzusiedeln bzw. zu fördern.
Hier sollen Brutplätze für den Teichrohrsänger geschaffen werden.
Beim Fang und Beringung während des Herbstzuges konnten wir erstmalig im Wiedbachtal eine Nachtigall feststellen.
Der häufigste beringte Vogel war die Mönchsgrasmücke mit 230 Stück, gefolgt vom Rotkehlchen mit 98 gefangenen Exemplaren. Auch der Neuntöter hat zugenommen, 5 Vögel konnten wir beringen. Über 35 Bruten wurden nachgewiesen. Die Klappergrasmücke blieb selten mit nur einem Tier.
Alle bodenbrütenden Arten haben weiter als Brutvogel abgenommen.
So ist selbst die ehemals häufige Feldlerche nur noch in wenigen Bruten auf den Höhen zu finden.
Torsten Loose
Forsthaus Friedrichthal
56589 Datzeroth