Das Jahr 2009 war ein schlechtes Jahr für den Uhu im Wiedbachtal und dem angrenzenden Westerwald. Ein schlechtes Mäusejahr welches auf die geringe Mast zurückzuführen ist, war wahrscheinlich der Auslöser. Unser Untersuchungsgebiet beschränkte sich auf das Wiedbachtal von Altwied bis Neustadt Wied, dem Rheintal von Neuwied bis Unkel und dem Westerwaldgebiet bis zur Nordrheinwestfälischen Grenze. Der Schwerpunkt der Beringung und Kartierung bezog sich auf Steinbrüche, Felsen und an Felsen angrenzende Steile Waldgebiete. Unter anderem wurden auch von uns angebrachte Brutplattformen kontrolliert, leider ohne Erfolg. Auch den Hinweis einer Baum- Brut konnten wir nicht belegen.
Das Uhu-Jahr begann für uns sehr früh Ende Dezember mit verschiedenen Arbeiten rund um den Uhubrutplatz. Das bedeutet das wir Seiltechnisch verschiedene Felsen freischneiden oder einfach nur Freiräumen. Denn im Herbst gelangt viel Oberflächenwasser in die Felsen und spült so manchen Brutplatz einfach weg.
Anfang Februar, beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Uhu. Das heißt die einzelnen Felsen und Steinbrüche werden angefahren und von uns verhört. Ruft ein Uhu am Brutplatz können wir uns fast sicher sein, das hier eine Brut stattfindet. Das wird vermerkt und im Sommer während der Hauptbrutzeit der Versuch gestartet den Horst zu finden um die Jungen zu beringen. Das allerdings bedeutet viel Arbeit. Der eine Uhu brütet zwei Wochen vorher, oder der andere einen Monat später.
Das Abseilen in den Horst ist dann die eigentliche Beringungsarbeit. Die ganze Aktion findet sehr schnell und ruhig statt. Das wichtigste dabei ist, den Uhus nicht in die Augen zu sehen. Manchmal bleibt der Uhu 50 Meter entfernt sitzen und beobachtet uns bei der Aktion. Sehr schnell kehrt er dann zum Horst zurück.
Allerdings bedarf es einer großer Erfahrung und Wissen eine solche Aktion durchzuführen.
Dieses Jahr (2009) konnten wir leider nur 6 Junge Uhus beringen. Es gab leider 8 verstorbene junge Uhus. Predatoren wie Fuchs und andere Nager machten sich an den Eiern oder den Jungen zu schaffen. Aber auch der Mensch ist nicht ganz Schuld an der Misere. Grundstücke werden nahe dem Horst erschlossen, Steinbrüche werden verfüllt, Gift gelangt über die Mäuse zu den Uhus uvm.
Auch auf offenen Flächen reicht ein Stein für die Brut. Als Nahrung kommt auch der Igel für den Uhu in Frage.
Wir hoffen das 2010 ein gutes Jahr für den Uhu wird.
Torsten Loose, Florian Stoffels, Text und Fotos: Florian Stoffels.