Vorträge und Berichte

Ist die Wied ein lebendiges Fließgewässer?

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Walter Hammes, NABU Ortsgruppe Waldbreitbach


Jedes Jahr ab Frühjahr und Sommer steigt das Kiesel- und Grünalgenwachstum in der Wied und kann durch fehlende Fische wie vor allem die Nase nicht mehr abgeweidet werden. Im Zuge der Photosynthese der Algen am Tag steigende ph-Werte und zunehmende  Ammoniakbelastung, die hochgiftig für die noch verbliebenen Fische in der Wied sind. Ab Spätsommer sterben die Algen ab und verschlammen das Bachbett, welches zu einer Sauerstoffreduzierung in der Gewässersohle führt. Der nun fehlende Sauerstoff bewirkt die Reduzierung der Wasserkleintierlebewesen. Diese Kleintiere sind der Faktor für den ökologischen Zustand und  die Selbstreinigungskraft eines Fließgewässers. 

Mittlerweile ist die Besiedlungsdichte und Artenvielfalt der Fische und der Wasserklein- tierlebewesen  erheblich gestört und die Wied befindet sich in einem mangelhaften Zustand. Besonders in Staubereichen wird die Selbstreinigungskraft durch die Sedimentablagerungen und somit fehlenden Sauerstoff regelrecht aufgehoben.

Aber nicht nur dies, durch das Fehlen der großen Fischarten konnten sich  kleine Fischarten in der Wied stark vermehren wie z.B.die Elritze  Diese wiederum übt einen erheblichen Fressdruck auf die Wasserinsekten aus und sorgt für eine weitere Reduzierung derer Bestände. Ein Teufelskreis. 

Gewinner in der Vogelwelt ist der Eisvogel. Seine Beute ist die Elritze. Verlierer in der Vogelwelt ist die Wasseramsel. Sie ernährt sich von Wasserinsekten die nun fehlen.

 

Dies nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Bereich Ökosystem Fließgewässer.

 

Wo liegen die Ursachen für den mangelhaften Zustand unserer Gewässer 2. und 3. Ordnung im ganzen Land. Sind es die Kläranlagen oder die unerwartete Besiedelung fischfressender Vögel?

 

Ausführlichere Informationen zu diesem komplexen Thema erhält man unter der Tel. Nr. 02638/5384.